Nach vielen Jahren im Vorstand der Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs hat Michael Oldenburg sein Amt übergeben. Von 2014 bis 2018 und erneut seit 2023 begleitete er die Stiftung als Vorstand und setzte Impulse wie beispielsweise die Verfassung der Gesundheitspolitischen Schriftenreihen oder auch die gemeinsame Stellungnahme mit der DGHO zum Referentenentwurf zur Umsetzung der Verbraucherkreditrichtlinie. Jetzt tritt er zurück und macht Platz für eine neue Stimme.
Diese Stimme gehört Josephine Steffen. Die gebürtige Berlinerin verfolgt unsere Arbeit schon seit einigen Jahren und kennt viele unserer Themen und Projekte bereits gut. Nun übernimmt sie selbst Verantwortung und engagiert sich ehrenamtlich im Vorstand.
Als Vorständin bringt sie gemeinsam mit dem Team neue Perspektiven ein, vertritt die Stiftung nach außen und behält gemeinsam mit uns im Blick, wie wir junge Erwachsene mit Krebs bestmöglich unterstützen können.
Wer Josephine Steffen ist, was sie beruflich macht und was sie in dieses Ehrenamt mitbringt, erzählt sie uns im kurzen Interview.

Zum Einstieg ganz persönlich: Wer bist du und was sollte man über dich wissen, das nicht in deinem Lebenslauf steht?
Was die meisten als Erstes wahrnehmen, wenn sie mich sehen: meine Größe. Mit 1,84 bin ich doch vergleichsweise groß. Ich freue mich immer, wenn ich große Frauen sehe. Es werden immer mehr. Und ich bin Ost-Berlinerin. Wenn ich wirklich wütend werde, hört man das dann auch.
Was machst du beruflich – also außerhalb deines ehrenamtlichen Engagements für die Stiftung?
Ich arbeite im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Mein Referat trägt den wunderschönen Titel „Wohnen der Zukunft“. Das sind aber handfestere Themen, als man bei dem Namen vermuten würde.
Was aus deinem bisherigen Weg hilft dir heute besonders in deiner neuen Rolle?
Am meisten wahrscheinlich die vielen absurden, chaotischen und nicht planbaren Momente in meinem beruflichen Leben. Da gab es eigentlich immer nur einen klugen Umgang mit: Ruhe bewahren und es mit Humor nehmen. Ich habe zwei Leitsprüche: „Was wir nicht können, machen wir mit Schwung“ und „Könnte auch nach vorne losgehen“. Das trifft es ganz gut.
Was hat dich gereizt, diese Aufgabe bei der Stiftung zu übernehmen?
Ehrlich gesagt, wart ihr das auch ein stückweit. Das Stiftungsteam an sich. Was an Kraft, Engagement und Inhalten kommt, kommt von euch, den tollen Ehrenamtlichen und dem super fähigen Kuratorium. Ich bringe vielleicht noch den politischen Blick und Erfahrung mit. Damit die Arbeit der Stiftung so effektiv und gut läuft, wie bisher, braucht es eine engagierte Vorstandsarbeit. Das geht dann im Ehrenamt, wenn die Arbeit von den Hauptamtlichen sehr professionell gemacht wird. Sonst hätte ich das neben dem Vollzeitjob und einem anderen kleinen Ehrenamt nicht gemacht.
Wie hast du die Stiftung wahrgenommen, bevor du selbst Teil davon wurdest?
Sie hat eine Lücke gefüllt. Sie hat für Betroffene Rechte erkämpft, die Politik, Gesellschaft und Verwaltung vorher gar nicht auf dem Schirm hatten. Sie unterstützt junge Menschen, die in dieser wichtigen Phase ihres Lebens um genau dieses kämpfen müssen. Sie gibt Vertrauen und macht diese Menschen stark. Das habe ich von Anfang an in der Stiftung gesehen.
Welche Themen möchtest du als Erstes anpacken?
Die Unterstützung der Hauptamtlichen und des Kuratoriums steht schon an Prio eins. Das klingt vielleicht erst mal vielleicht wenig ambitioniert, kann aber da helfen, wo schon einfach gute Arbeit geleistet wird. Darüber hinaus ist es mir tatsächlich wichtig, junge Menschen noch stärker beim Wiedereinstieg ins soziale und wirtschaftliche Leben zu unterstützen. Nach diesen harten Erfahrungen sollen sie das Leben auskosten können und nicht Angst vor Armut und Isolation haben müssen. Ganz groß gedacht: Junge Menschen, die durch die Stiftung die Erfahrung machen, unterstützt zu werden, geben das zurück und stärken dadurch unsere Gemeinschaft und unsere Demokratie. So ist am Ende wirklich alles politisch.
Was ist dir im Austausch mit jungen Erwachsenen besonders wichtig?
Wenn sie es möchten; möchte ich etwas über ihre Geschichte erfahren. Sie sollen mir und uns sagen können, was ihnen wichtig ist.
Und wenn du gerade nicht für die Stiftung oder deinen Job aktiv bist, was gibt dir Energie oder sorgt für Ausgleich?
Laufen. Ich liebe es wirklich, mich draußen zu bewegen. Berlin ist ja ein Paradies für Wildtiere, weshalb ich eigentlich immer Füchse, Dachse und Reiher sehe. Das macht mir echt Freude.
Wir freuen uns riesig, dass Josephine jetzt dabei ist und sind sehr gespannt auf ihre Ideen und darauf, die nächsten Schritte gemeinsam anzugehen.
Willkommen im Stiftungs-Team!

