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Was Engagement für junge Erwachsene mit Krebs möglich macht

18. Mai 2026
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News

Der Ehrentag am 23. Mai erinnert daran, wie viele gesellschaftliche Aufgaben erst durch freiwilliges Engagement getragen werden. Für uns als Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs ist er deshalb ein guter Anlass, den Blick auf das zu richten, was unsere Arbeit im Alltag wirklich ausmacht: Menschen, die sich ehrenamtlich einbringen und damit Angebote für junge Betroffene überhaupt erst möglich machen.

Seit 12 Jahren setzen wir uns für junge Erwachsene zwischen 18 und 39 Jahren mit Krebs ein. Wir informieren, beraten, vernetzen, fördern Forschung und bringen ihre Perspektiven in Versorgung und Politik ein. Dass unsere TREFFPUNKTE in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiern, zeigt, wie gewachsen diese Strukturen sind. Und auch, wie viele Menschen daran beteiligt sind.
Ohne Ehrenamt wäre das nicht möglich. Unser kleines Stiftungsteam wird durch viele Engagierte ergänzt. Junge Betroffene organisieren TREFFPUNKTE, begleiten Veranstaltungen, teilen ihre Erfahrungen in Medien oder unterstützen andere im JUNGEN KREBSPORTAL. Fachlich beraten Ärztinnen und Ärzte, Sozialberater:innen sowie Psychoonkolog:innen ehrenamtlich und tragen so direkt zur individuellen Unterstützung bei. Auch Vorstand, Kuratorium und wissenschaftlicher Beirat arbeiten auf ehrenamtlicher Basis.

Immer wieder sind wir in der Stiftung beeindruckt, manchmal auch schlicht überwältigt und sprachlos, wenn wir sehen, wie viel Engagement die jungen Betroffenen selbst einbringen. Sie denken sehr gemeinschaftlich, setzen sich füreinander ein und schauen weit über ihre eigenen Bedürfnisse hinaus. Das ist nicht selbstverständlich und es berührt uns jedes Mal aufs Neue.

 

Stimmen aus dem Engagement

Wie viel dieses Engagement im Alltag ausmacht, zeigen die persönlichen Erfahrungen der Beteiligten sehr deutlich. Simin beschreibt ihre Erlebnisse im TREFFPUNKT Köln so:
„In neuen Gesichtern erkenne ich oft genau das Gefühl wieder, das ich selbst noch so gut kenne. Dieses vorsichtige Ankommen, das langsame sich öffnen und dann dieser Moment, in dem einem klar wird: Ich bin nicht allein und alles, was ich fühle, darf da sein. Ich erfreue mich jedes Mal an diesem Strahlen, wenn jemand genau das bemerkt. In diesen Momenten erkenne ich mich selbst wieder und mir wird bewusst, warum ich mich engagiere. Weil genau dieses Gefühl von Verständnis, Halt und Zugehörigkeit so viel verändern kann.“

Jenny aus dem TREFFPUNKT Osnabrück erinnert sich an eine Situation, die sie nicht vergessen hat:
„Eine Betroffene hat sich aufgrund ihres Rückfalls bei mir gemeldet, weil sie wusste, ich verstehe sie. Wir konnten viele Erfahrungen austauschen, ich konnte ihr etwas Zuspruch geben. Und daraus ist ihr Mut entstanden, sich nach unserem Gespräch direkt einen Urlaub zu buchen.“

Für Elena, die im JUNGEN KREBSPORTAL sozialrechtlich berät, steht Entlastung im Alltag im Mittelpunkt:
„Für junge Erwachsene, die an Krebs erkrankt sind, ist oft die Bürokratie eine weitere Last, die ihnen Sorgen bereitet. Ich finde es wertvoll, wenn wir durch kleine Hilfestellungen oder Hinweise wenigstens diese Last erleichtern können.“

Herr Dr. Klein berät ebenfalls seit Jahren junge Betroffene im JUNGEN KREBSPORTAL und steht der Stiftung bei wissenschaftlichen Einordnungen zur Seite. Er beschreibt seine Motivation so: „Die betroffene Personengruppe stellt aus meiner Sicht eine besondere Patientengruppe dar. Die jungen PatientInnen werden teilwiese – noch bevor sie richtig die Chance hatten, ihr Leben zu strukturieren und ihren Plänen sowie Träumen nachzukommen – mit der Diagnose Krebs vor schwere Herausforderungen gestellt. Dann müssen sie sich auch in dieser Zeit um Familie, Kinder, Beruf und Zukunft in einer sehr besonderen Form kümmern oder sorgen. Die Stiftung hilft den Betroffenen und das möchte ich unterstützen.“

Alena engagiert sich als Tandem-Partnerin im JUNGEN KREBSPORTAL:
„Als ich meine Diagnose bekam, war ich total überfordert mit allem und hätte mir jemanden in meinem Alter gewünscht, mit dem ich reden kann. Dem ich alle meine Fragen stellen kann und der versteht, wovon ich da rede. Heute engagiere ich mich bei der DSfjEmK, um genau diese Person zu sein. Die aufklärt, unterstützt und andere junge Betroffenen versteht und ihnen Hilfe anbieten kann. Der große Zuspruch für mein Engagement und das positive Feedback zeigen mir, dass ich alles richtig mache. Und ich bin sehr happy, ein Teil von was so Wichtigem zu sein.“

Maximilian beschreibt seinen Blick auf das Ehrenamt so:
„Mein ehrenamtliches Engagement gibt mir die Möglichkeit, meine Geschichte zu teilen und anderen Mut zu machen. Gleichzeitig erhebe ich meine Stimme für junge Erwachsene mit Krebs: Eine Gruppe, die oft durch bestehende Versorgungsstrukturen fallen und andere Bedürfnisse haben als ältere Patient:innen. Besonders prägend sind die „Aha“-Momente bei medizinischem Personal, die zeigen, dass Aufklärung etwas bewirken kann. Denn junge Betroffene stehen vor Herausforderungen, die weit über das Medizinische hinausgehen.“

Hannah aus dem TREFFPUNKT OWL berichtet von der Bedeutung gemeinsamer Räume:
„Jungen Menschen in und nach einer Krebserkrankung eine unterstützende Gruppe zu ermöglichen, in der sie sich in einem sicheren Rahmen austauschen und gemeinsam aktiv sein können, ist für mich besonders wertvoll. Miteinander sein, Gespräche führen und hilfreiche Informationen weitergeben, stellen wichtige Inhalte da.“ Und sie ergänzt zu einem besonderen Moment:
„Bei unserem Treffpunkt OWL kurz vor Weihnachten gab es solch einen besonderen Moment. Die Gruppe hat uns als Zweier-Orga-Team einen ganz wertvollen digitalen Dankesgruß erstellt, in welchem alle Treffpunktler geschrieben haben, was unsere Gruppe so besonders macht und welchen Mehrwert er für sie darstellt. Dies zu lesen war sehr berührend und schön und hat gezeigt, wie wichtig der Treffpunkt für jeden einzelnen ist.“

 

Warum Unterstützung gebraucht wird

Die Stimmen aus dem Ehrenamt zeigen sehr konkret, was diese Arbeit trägt. Sie schaffen Begegnung, Orientierung und Entlastung. Sie verbinden medizinisches Wissen mit persönlicher Erfahrung und machen Unterstützung im Alltag überhaupt erst greifbar. Gleichzeitig braucht es neben dem großen Engagement der Ehrenamtlichen auch finanzielle Mittel, um diese Strukturen langfristig stabil und verlässlich weiterzuentwickeln und in ihrer Qualität zu sichern.

 

Spendenaufruf: Jahrestreffen der TREFFPUNKTE

Einmal im Jahr kommen engagierte junge Betroffene aus allen TREFFPUNKTEN zu einem gemeinsamen Wochenende zusammen. Rund 50 Menschen reisen dafür aus ganz Deutschland an. Es gibt Workshops, Informationsangebote und vor allem viel Zeit für Austausch, Begegnung und das Gefühl, nicht allein zu sein. Reise, Unterkunft und Verpflegung werden vollständig übernommen. Dieses Treffen ist ein besonderer Raum, in dem Erfahrungen zusammenkommen, Perspektiven wachsen und oft neue Impulse für die gemeinsame Arbeit entstehen. Es zeigt sehr unmittelbar, was junge Erwachsene mit Krebs brauchen und was ihnen hilft, mit der Erkrankung zu leben.

Damit dieses und kommende Jahrestreffen weiterhin in dieser Form stattfinden können, ist zusätzliche Unterstützung wertvoll. Spenden tragen ganz konkret dazu bei, dass das Jahrestreffen der TREFFPUNKTE weiterhin mit dieser Qualität und Offenheit gestaltet werden kann: https://www.betterplace.org/de/projects/36684-deutsche-stiftung-fuer-junge-erwachsene-mit-krebs