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Mindset ist Alles!

12. Februar 2026
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Gastbeitrag

Nicole´s Geschichte

Die Diagnose Lymphdrüsenkrebs erhielt ich am 28.08.25 in einem Raum in der HNO-Klinik Würzburg. Es war so gar nicht wie ich es aus Arztserien kannte, in einem geschlossenen Raum und der Stationsarzt teilt einem emphatisch das Ergebnis der entnommenen Lymphknoten mit.

Stattdessen war ich in einem kleinen Nebenzimmer mit offener Tür, inmitten der Notfallambulanz und eine Ärztin teilte mir dies zwischen Fäden ziehen und Aufklärung der Nachsorge mit. Mit dieser Aussage wurde ich entlassen und ich solle doch mal zur Onkologie, die würden mir dann schon sagen, wie es weitergeht bzgl. Stadium, Überlebenschancen, Therapie.

Lange vor dieser Diagnose merkte ich, dass es etwas mit mir nicht stimmte. Durch meinen Beruf als Bauleiterin in einem großen Mittelständischen Unternehmen, war ich es gewohnt unter Leistungsdruck zu stehen und konnte diesem immer standhalten… bis zum Sommer 2024.

Da fühlte meine Körper sich schwer und müde an, juckte überall und nachts kreisten die Gedanken stundenlang. Mein Hausarzt meinte, ich wäre einfach erschöpft und müsste mal unbezahlten Urlaub nehmen, mit Reisen, viel Sonnenschein im Gesicht. Doch auch nach 13 Wochen Auszeit verbesserte sich nichts. Ich suchte eine Heilpraktikerin auf, da dieser Zustand inzwischen seit über sieben Monaten anhielt. Hier lautete die Diagnose „Eisenmangel“. Aber eine deutliche Verbesserung verspürte ich auch mit extra Eisen nicht und es folgte ein drastischer Schritt. Ich kündigte nach zehn Jahren und hoffte, meine berufliche Unzufriedenheit wäre die Ursache des Ganzen. Oft las ich davon, dass, wenn die Seele krank ist, der Körper reagiert. Ich glaube daran.

 

Endlich, im Mai begann ich den lang ersehnten neuen Job. Großartige Kollegen und spannende Projekte, jetzt sollte es doch mal aufwärts gehen. Stattdessen bemerkte ich im Juni einen angeschwollenen Lymphknoten hinter meinem Ohr. Mich überkam Panik, ich spürte, dass ist nichts Harmloses.

Die bis dato größte Challenge begann- sich in Geduld üben. Nach dem CT folgte ein Ultraschall, danach die Biopsie und dann hieß es warten. Eine Woche kann so verdammt lang sein. Das Ergebnis war nicht aussagekräftig genug und in der HNO-Klinik mussten mehrere Lymphknoten entnommen werden. Dann hieß es auch hier wieder warten.

Das Warten und die Ungewissheit waren sehr nervenaufreibend. Ich habe meinen Optimismus in der Zeit nie verloren und für mich war permanent klar: „Ich will leben und werde alles in meiner Macht Stehende tun, dass es so bleibt!“

Nach erfolgreichen Tests, z.B. Lungenfunktionstest und Einsetzen der Portanlage, begann im Oktober die Chemotherapie, ich hatte Angst. Angst vor dem Ungewissen, wie mein Körper reagiert, welche Folgeschäden bleiben würden. Und was macht es aus mir als Mensch, schaffe ich das psychisch?!

 

Ich machte mehrmals täglich Fotos von mir, wenn ich am Boden zerstört war und wenn ich positiv gestimmt war. Damit ich mir in den schlechten Momenten vor Augen halten konnte: „Das ist kein dauerhafter Zustand, es wird wieder besser!“ und so war es auch, jedes Mal! Zusätzlich unterstützte ich meinen Körper mit div. Infusion durch meine Heilpraktikerin (vorherige Absprache mit dem Professor erfolgt!) und wir arbeiteten an meinem Mindset.

Heute weiß ich, Mindset ist alles! Es bestimmt, ob du dir selbst etwas leckeres Gesundes kochen, dich zu einem Spaziergang aufraffen oder an dem Leben deiner Liebsten teilhaben kannst. Nur weil mein Leben auf Pause ist, läuft deren Leben weiter.

So schlimm die Diagnose auch ist, habe ich etliches positives daraus ziehen können. Ich habe mehr Geduld, ich bin in der Lage Hilfe einzufordern und anzunehmen, bin klar in der Kommunikation meiner eigenen Bedürfnisse, ich setze Grenzen und stehe für diese ein. Ich bin nicht mehr so streng mit mir selbst und erfreue mich wieder an kleinen Erfolgen. Ich bin stärker denn je!