Patrick´s Geschichte
Wie soll ich anfangen? Seit meiner Diagnose im Oktober 2022 habe ich so viel erlebt, dass ich am liebsten direkt in Tränen ausbrechen würde, und auf der anderen Seite habe ich so viel erlebt, für das ich dankbar bin und das mir ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Ich habe so viel auf meinem Weg verloren und doch so viel gewonnen, dass es für mich sehr oft schwierig ist zu verstehen was für mich überwiegt.
Ich bekam von heute auf morgen Unterleibsschmerzen, wurde gelb und meine Füße und meine Arme begannen dauerhaft zu jucken. Mein Hausarzt konnte es nicht genau einordnen und empfahl mir ein CT. Das habe ich dann auch direkt gemacht und der Radiologe hat sehr klar und sofort einen Klatskin-Tumor bei mir diagnostiziert, das ist ein Tumor der Gallengänge.
Mit der Diagnose konnte ich wenig bis gar nichts anfangen, ich dachte so: wie, ich? Krebs? Und gleichzeitig habe ich gespürt, dass da was richtig Mieseses in mir passiert.
Zuerst gab man mir wenig Chancen, dann habe ich eine Zweitmeinung eingeholt und der Chirurg sagte mir: Das bekommen wir hin! Gut dachte ich, das bekommen wir hin. Ich dachte so, okay, machen wir die OP und dann geht’s weiter. Kurz darauf war es auch schon so weit: Am 19.11.2022 hatte ich meine OP, mir wurde die Galle entnommen, die Gallengänge sowie dreiviertel der Leber.

Die Zeit auf der Station 47
Die knapp vier Wochen im Krankenhaus waren verrückt, ich hab so gut wie jede Komplikation mitgenommen die möglich war und hatte dennoch irgendwie die ruhigste Zeit in meinen letzten zehn Jahren. Ich hab nicht einmal an meine Arbeit gedacht, die für mich immer das Wichtigste war, weil es mein Ziel war, beruflich erfolgreich zu werden. Kein einziges Mal hab ich dran gedacht, es war nichts von dem, was mich sonst so getrieben hat im Entferntestenn wichtig – gar nix. Ich hab nur vier Wochen abwechselnd an die Wand und aus dem Fenster gestarrt und an nichts gedacht.
In der Zeit war es mit meiner Familie sehr harmonisch und obwohl es mir zeitweise richtig beschissen ging, habe ich die Zeit sehr genossen. Die Zeit im Krankenhaus war für mich mental nicht so anstrengend, wie ich zuerst dachte.
Raus aus dem Krankenhaus, was jetzt?
Meine Schwierigkeiten kamen so richtig auf, als ich entlassen wurde, am 21.12.2022 – auf dem Weg nach Hause hat es angefangen zu Donnern und zu Blitzen, das weiß ich noch wie heute. Ich dachte nur: Fuck, das is noch nich vorbei.
Körperlich habe ich mich recht schnell sehr gut erholt. Ich nahm zu, die Schmerzen ließen langsam nach und ich hatte wieder mehr Kraft, um mich zu bewegen.
Aber mein Kopf, der wollte auf einmal nicht mehr. Ich konnte mich schlecht bis gar nicht konzentrieren, hab aus dem Nichts angefangen zu weinen, hatte Frust und Ärger und war sehr schnell mental erschöpft.

Zurück im Job war alles anders. Das, für was ich mir die letzten zehn Jahre Plus den Arsch aufgerissen hatte, war mir auf einmal unwichtig und bedeutungslos geworden, und auch sonst hatten sich meine Prioritäten komplett gedreht. Das alles war schwer einzuordnen, nach einem Jahr habe ich meine Kündigung geschrieben.
Die Frage „Warum hab ich das überlebt?“ hat mich mental oft zermürbt. Ich wollte auf keinen Fall irgendwas aus dieser zweiten Chance machen, nur damit ich irgendwas machte. Ich hatte jedoch recht schnell eine Idee, die ich mich zu Beginn nicht getraut hatte umzusetzen…
Mein Warum heute
Ich möchte Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, wie ich, mit dem was ich am besten kann, mental und körperlich begleiten – auf Ihrem eigenen Weg in einen neuen Lebensabschnitt. Der so viele Herausforderungen und einsame Stunden mit sich bringt. Auf diesem Wege befinde ich mich jetzt und ich möchte jedem, der das hier liest, mitgeben: Glaube an dich, glaube an das, was du kannst! Du hättest es nicht so weit geschafft, wenn dein Dasein grundlos wäre!
Wie Patrick Menschen in ähnlichen Situationen hilft, erfährst du hier!

