Man muss für seine Gesundheit einstehen – Evas Geschichte

1. Oktober 2022 – Gastbeitrag

Ein Gastbeitrag von Eva

Mein Jahr 2021 begann sehr stressig. Ich hatte mehrere Projekte am Laufen und war sehr vertieft in eine Studienarbeit. Nachts spürte ich einen stechenden Schmerz in meiner Brust. Ich ignorierte es im Glauben, dass es Verspannungen seien. Während sich nach und nach meine Projekte dem Ende näherten, wurde der Schmerz in meiner linken Brust stärker. Beim Abtasten erstarrte ich – da ist ein Knoten.

Entwarnung – oder doch nicht?

Bei der Frauenärztin wurde ich sofort zum Radiologen überwiesen. Dann die Entwarnung: Es ist nur eine Zyste, die in einem halben Jahr nochmal überprüft werden muss. Die Wochen vergingen, aber der Schmerz wurde immer stärker und der Knoten größer.

Da ich irgendwann das Stechen ohne Schmerzmittel nicht mehr aushielt, verlangte ich nach einem zweiten Ultraschallbild. Zuerst wurde ich abgewimmelt, aber zum Glück ließ ich nicht locker und bekam einen weiteren Termin.

Von da an ging alles sehr schnell. Zwei Wochen später bekam ich den Biopsie-Befund: Triple-negative Mammakarzinom mit einem Wachstum von 90 Prozent. Ich konnte es nicht glauben! Ich? Ich war doch viel zu jung und lebte zu gesund – niemand in meiner Familie war je an Krebs erkrankt.

Die folgenden Wochen waren ein Alptraum. Meine Angststörung brach wieder aus und ich sah mich nicht in der Lage eine Chemotherapie durchzustehen. Aber was blieb mir übrig. Gemeinsam mit meinen Onkologen entschieden wir, dass ich parallel zur Chemotherapie eine Antidepressiva-Behandlung bekommen soll.

Rückblickend war das die beste Entscheidung. Auch wenn es mir wegen der Chemo körperlich manchmal nicht so gut ging, wurde ich von Woche zu Woche immer zuversichtlicher und konnte besser mit meiner Erkrankung umgehen.

Dankbarkeit

Inzwischen habe ich die Chemotherapie, eine brusterhaltende Operation und die Bestrahlung hinter mich gebracht. Der Tumor ist dadurch komplett verschwunden.  Ich bin also krebsfrei – und unendlich dankbar!

Aber nicht nur dankbar um meine wieder gewonnene Gesundheit. Sondern auch um all die tollen Menschen um mich herum.

Meine Familie, die kilometerweit gereist ist, um mich in der schweren Zeit zu unterstützen. Meine besten Freunde, die mich ohne wenn und aber jedes Mal zu Chemotherapie gefahren haben und mich aufgeheitert haben. Und mein Freund, der immer an meiner Seite war, egal wie schlecht es mir ging.

Wenn man diese Unterstützung hat, ist man sogar in schlechten Zeit stark!

Ich möchte durch meine Geschichte andere daran erinnern, dass man für seine Gesundheit einstehen muss. Lasst euch nicht bei Ärzten abwimmeln und geht zu euren Vorsorgeuntersuchungen! Sie können Leben retten.